Räum es gleich weg, lass es nicht liegen!
Diesen Satz habe ich mir Hunderte, wenn nicht Tausende Male vorgesagt, während ich gelernt habe, unser Zuhause dauerhaft ordentlich zu halten.
Räum es weg! Bring es sofort zurück! Gleich jetzt! Das will nach Hause! Das hat Heimweh! 😁
Klingt vielleicht ein bisschen verrückt, aber es funktioniert! Heute räume ich die meisten Dinge ganz automatisch an ihren Platz zurück. Mit solchen Sätzen trainieren wir unser Unterbewusstsein. Was wir oft genug wiederholen, geht uns irgendwann in Fleisch und Blut über.
Das ist eine der einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Gewohnheiten, die ich mir für unseren Haushalt angeeignet habe. Sie kostet kein Geld, erfordert keine neuen Aufbewahrungsboxen und auch kein ausgeklügeltes Ordnungssystem.
Nur eine kleine Veränderung: Was ich benutzt habe, kommt anschließend sofort wieder an seinen Platz.
Statt etwas auf der nächsten freien Fläche abzulegen und später wieder aufräumen zu müssen, bringe ich es gleich dorthin zurück, wo es hingehört.
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Jedes Ding hat ein Zuhause
Eine der wichtigsten Voraussetzungen für dauerhafte Ordnung ist, dass jeder Gegenstand seinen festen Platz hat. Ich stelle mir gerne vor, dass jedes Ding bei uns ein eigenes Zuhause hat.
Wenn ich die Schere aus der Schublade hole und benutze, zieht sie deshalb noch lange nicht auf den Küchentisch um. Ihr Zuhause ist nach wie vor in der Schublade!
Das gilt genauso für meine Handtasche, die Schlüssel, Bücher, Kleidung, Werkzeuge und alles andere.
Nach dem Gebrauch hat das Ding Heimweh. Also bring es nach Hause!
Das klingt vielleicht kindisch, aber gerade deshalb bleibt es so gut im Gedächtnis. Wenn ich etwas auf dem Tisch liegen lassen will, frage ich mich: Wo wohnt das eigentlich?
Und dann bringe ich es dorthin.
Das dauert vielleicht fünf oder zehn Sekunden. Lasse ich es dagegen liegen, muss ich es früher oder später sowieso wegräumen. Oder noch schlimmer: Ich muss es suchen, wenn ich es dringend brauche!
Kaum zu Hause, schon liegt alles herum!
Überleg einmal, was passiert, wenn du vom Einkaufen, von der Arbeit oder vom Sport nach Hause kommst.
Die Jacke landet über der Stuhllehne. Die Handtasche auf der Küchenarbeitsplatte. Die Schlüssel legst du irgendwo ab und weißt später nicht mehr, wo. Die Einkaufstasche bleibt im Vorzimmer stehen und wartet darauf, ausgeräumt zu werden.
Und du machst inzwischen etwas ganz anderes.
So entstehen nach und nach überall kleine Ansammlungen von Dingen, obwohl du eigentlich gar nichts Besonderes angestellt hast.
Meine Lösung: Gleich beim Heimkommen alles erledigen!
Jacke an die Garderobe. Schuhe an ihren Platz. Handtasche nach Hause. Schlüssel dorthin, wo ich sie beim nächsten Mal sofort finde. Einkäufe in die Schränke und die leere Tasche an ihren Aufbewahrungsplatz.
Gleich wegräumen!
Wenn ich das sofort mache, bleibt vom Heimkommen nichts übrig, was ich später noch aufräumen müsste.
Und am nächsten Morgen brauche ich weder meine Schlüssel zu suchen noch zu überlegen, wo ich gestern meine Handtasche hingeworfen habe.
Der Weg nach Hause muss einfach sein!
Eine wichtige Voraussetzung gibt es allerdings: Die Dinge müssen tatsächlich einen festen Platz haben.
Wenn die Schubladen überfüllt sind, in den Schränken kein Platz mehr ist und ich erst fünf andere Sachen herausräumen muss, um etwas zurückzulegen, wundert es mich überhaupt nicht, wenn die Dinge auf dem Tisch liegen bleiben.
Ich liebe es, eine ordentliche Schublade zu öffnen, in der alles seinen Platz hat. Ich kann etwas mühelos herausnehmen und genauso mühelos wieder zurücklegen.
Deshalb gehören Ausmisten und Ordnung schaffen für mich untrennbar zusammen.
Wenn man mehr besitzt, als sich vernünftig verstauen lässt, wird das Aufräumen zum ständigen Kampf.
Ich möchte keine Dinge aufbewahren, nur weil sie irgendwann vielleicht einmal nützlich sein könnten. Ich möchte Dinge in unserem Zuhause haben, die wir tatsächlich benutzen oder an denen wir Freude haben.
Wenn man nicht zu viel besitzt und alles seinen festen Platz hat, ist Ordnung halten plötzlich eine ganz andere Sache als in einem vollgestopften Haushalt.
Am Anfang musste ich mich ständig daran erinnern
Ich war wirklich nicht immer ein Mensch, der alles sofort wieder an seinen Platz zurückgebracht hat!
Diese Gewohnheit habe ich mir ganz bewusst antrainieren müssen.
Am Anfang ertappte ich mich mehrmals täglich dabei, wie ich etwas einfach irgendwo ablegen wollte.
Die Kaffeetasse wollte ich im Wohnzimmer stehen lassen. Räum sie weg!
Die Schere wollte ich auf die Küchenarbeitsplatte legen. Nicht da! Zurück in die Schublade!
Die Kleidung wollte ich auf dem Schlafzimmerstuhl ablegen. Die hat Heimweh!
Und so ging das weiter. Tag für Tag.
Aber die Wiederholung lohnt sich. Wenn man etwas oft genug auf dieselbe Weise macht, wird daraus allmählich eine Gewohnheit.
Denk nur daran, wie du dich im Auto anschnallst. Du führst wahrscheinlich nicht jedes Mal ein langes Selbstgespräch darüber, ob du den Sicherheitsgurt anlegen solltest. Deine Hand macht die Bewegung fast von allein.
Genau diese Selbstverständlichkeit kann man auch beim Ordnung halten lernen.
Heute merke ich oft erst hinterher, dass ich etwas längst wieder an seinen Platz zurückgebracht habe, ohne groß darüber nachzudenken.
Genau das wollte ich erreichen!
In einem ordentlichen Zuhause kann ich mich besser konzentrieren
Für mich ist Ordnung nicht nur eine Frage der Optik.
Wenn überall Dinge herumliegen, habe ich ständig das Gefühl, dass sie meine Aufmerksamkeit verlangen.
Die Handtasche auf der Küchenarbeitsplatte erinnert mich daran, dass ich sie noch wegräumen muss. Die Papiere auf dem Tisch erinnern mich an unerledigte Aufgaben. Die Kleidung auf dem Stuhl wartet darauf, zusammengelegt zu werden.
Jeder herumliegende Gegenstand ist eine kleine Erinnerung an etwas, das ich noch nicht erledigt habe.
Ich habe ADHS und im Laufe der Jahre viele Methoden entwickelt, mit denen ich meine Konzentration besser steuern kann.
Eine davon ist, meine Umgebung ordentlich zu halten.
Wenn es um mich herum aufgeräumt ist, schweifen meine Gedanken nicht ständig zu all den Dingen ab, die ich noch erledigen müsste. Ich kann mich auf das konzentrieren, was ich gerade tue.
Außerdem genieße ich es einfach, ein schönes, ordentliches Zuhause anzuschauen. Ich möchte nicht, dass Tische und Arbeitsflächen als Zwischenlager für irgendwelche Sachen dienen.
Mein Zuhause soll wie ein Zuhause aussehen und nicht wie eine Dauerbaustelle, auf der noch aufgeräumt werden muss!
Mach dir nicht unnötig Arbeit!
Wenn du etwas am falschen Platz liegen lässt, sparst du eigentlich keine Zeit. Du verschiebst die Arbeit nur auf später.
Und oft machst du dir damit sogar mehr Arbeit.
Zuerst legst du den Gegenstand auf den Tisch. Später musst du ihn wieder in die Hand nehmen und wegräumen. Und wenn er inzwischen zwischen anderen Sachen verschwunden ist, darfst du ihn womöglich auch noch suchen.
Warum etwas zweimal in die Hand nehmen, wenn man es gleich erledigen kann?
Natürlich muss man nicht mitten in einer Arbeit ständig hin und her laufen, um jedes Werkzeug sofort wieder in den Schrank zu räumen.
Wenn ich backe, brauche ich Schüsseln, Messbecher und andere Küchenutensilien um mich herum.
Aber wenn ich mit dem Backen fertig bin, kommen die Sachen wieder an ihren Platz. Sie bleiben nicht bis morgen in der Küche stehen.
Dasselbe gilt beim Nähen. Schere, Nadeln und Garn dürfen während der Arbeit natürlich auf dem Tisch liegen. Wenn ich fertig bin, räume ich alles wieder zurück.
Es geht nicht darum, ununterbrochen zu putzen und aufzuräumen, sondern darum, gar nicht erst unnötige Aufräumarbeit entstehen zu lassen.
Probier es eine Woche lang!
Wenn sich bei dir ständig Dinge auf Tischen, Stühlen und Arbeitsflächen ansammeln, probier diese kleine Übung aus.
Jedes Mal, wenn du etwas aus der Hand legen willst, halte eine Sekunde inne und frage dich:
Ist das wirklich der richtige Platz dafür?
Wenn nicht, bring es dorthin, wo es hingehört.
Und wenn du bemerkst, dass du etwas am falschen Platz abgelegt hast, denk nicht: Das räume ich später weg.
Räum es gleich weg!
Du kannst sogar mit deinen Sachen reden, so wie ich es in Gedanken mache.
Ach, du armes Ding! Du hast ja Heimweh! Komm, ich bring dich sofort nach Hause! 😁
Wenn du das oft genug wiederholst, wirst du merken, wie viel weniger Dinge plötzlich herumliegen.
Und irgendwann passiert etwas noch Schöneres: Du musst dein Zuhause nicht mehr ständig aufräumen, weil die Dinge bereits dort sind, wo sie hingehören.
Räum es gleich weg, lass es nicht liegen!