Ich gehe auf die 50 zu und brauche noch immer keine Lesebrille! Eine meiner Gewohnheiten, mit denen ich meine Sehkraft fit halte, ist regelmäßiges Augentraining.
Wir trainieren schließlich auch andere Muskeln unseres Körpers. Warum also nicht auch unsere Augen? Ich mache diese Übungen schon seit Jahren und bin mit meiner Sehkraft ausgesprochen zufrieden.
In meinem Blog werde ich verschiedene Augenübungen vorstellen. Heute beginnen wir mit einer der einfachsten. Du kannst sie fast überall machen, sobald du ein paar Minuten Zeit hast. Und das Beste daran: Ich verwende dieselben Augenbewegungen auch, um schneller einzuschlafen!
| Schaut deppert aus, aber wie schön ist es, wenn man keine Lesebrille braucht! |
Gymnastik für deine Augenmuskeln
Diese Übung ist kinderleicht. Du brauchst keine Hilfsmittel und musst dafür nicht einmal von deinem Sessel aufstehen.
Halte deinen Kopf ruhig und bewege ausschließlich deine Augen.
- Schau mit deinen Augen so weit wie angenehm möglich nach oben.
- Schau anschließend so weit wie möglich nach unten, ohne deinen Kopf zu bewegen.
- Schau so weit wie möglich nach links.
- Danach so weit wie möglich nach rechts.
- Wiederhole diese Bewegungen einige Male: links, rechts, oben und unten.
- Lass deine Augen anschließend einige Male im Uhrzeigersinn kreisen.
- Wechsle die Richtung und kreise mit deinen Augen gegen den Uhrzeigersinn.
Ich finde es lustig auszuprobieren, in wie viele Richtungen sich unsere Augen eigentlich bewegen lassen. Schau auch schräg nach links oben und rechts oben sowie schräg nach links unten und rechts unten. Manche dieser Augenstellungen fühlen sich erstaunlich ungewohnt an!
Bewege deine Augen so weit, wie es angenehm ist. Erzwinge nichts und vermeide schmerzhafte Bewegungen.
Das ist übrigens ein wunderbarer Zeitvertreib, wenn du irgendwo warten musst und gerade nichts anderes zu tun hast.
Den Blick auf Nähe und Ferne scharf stellen
Eine weitere Übung, die ich regelmäßig mache, ist das abwechselnde Scharfstellen auf nahe und weit entfernte Gegenstände.
Halte einen Finger vor dein Gesicht und fixiere deine Fingerspitze.
Bewege deinen Finger langsam näher zu deiner Nase und versuche, ihn so lange scharf zu sehen, wie es angenehm ist.
Dann bewege deinen Finger wieder weiter weg.
Schau anschließend an deinem Finger vorbei möglichst weit in die Ferne. Wenn du draußen bist, richte deinen Blick auf den Horizont. Drinnen kannst du aus dem Fenster auf einen weit entfernten Gegenstand schauen.
Richte deinen Blick danach wieder auf deine Fingerspitze und führe den Finger erneut näher zu deiner Nase.
Wiederhole die Übung mehrmals und wechsle dabei zwischen ganz nahen und weit entfernten Gegenständen.
Zum Schluss lasse ich meine Augen gerne noch in alle Richtungen kreisen: nach oben, unten, links, rechts, im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn.
Meine Sehkraft mit fast 50
Ich mache diese Übungen regelmäßig, weil ich meine gute Sehkraft möglichst lange behalten will.
Und bisher bin ich mit dem Ergebnis ausgesprochen zufrieden. Mein 50. Geburtstag rückt näher und ich brauche noch immer keine Lesebrille!
Wie viel davon tatsächlich meinem Augentraining zu verdanken ist und wie viel den natürlichen Eigenschaften meiner Augen, weiß ich natürlich nicht. Die sogenannte Alterssichtigkeit entsteht hauptsächlich dadurch, dass die Augenlinse mit zunehmendem Alter an Elastizität verliert. Dass Augenübungen diesen Prozess verhindern können, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Ich trainiere meine Augen trotzdem gerne und werde damit weitermachen. Schließlich lässt sich diese Gewohnheit wunderbar in den Alltag einbauen.
Und jetzt der Bonus: schneller einschlafen!
Dieselben Augenbewegungen helfen mir auch in einer ganz anderen Situation.
Wenn ich einschlafen will, mache ich die Übungen einfach mit geschlossenen Augen.
Ich liege gemütlich im Bett und bewege meine geschlossenen Augen nach oben, unten, links und rechts. Anschließend lasse ich sie im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn kreisen.
Vor längerer Zeit habe ich einmal eine Studie über den neurologischen Zusammenhang zwischen Augenbewegungen und Entspannung gelesen. Die genaue Erklärung habe ich leider vergessen, aber den praktischen Tipp habe ich mir gemerkt und verwende ihn seither.
Mich beruhigen diese Augenbewegungen ausgezeichnet, besonders wenn ich mitten in der Nacht aufwache und nicht mehr einschlafen kann.
So stoppe ich mein nächtliches Gedankenkarussell
Wenn ich nachts aufwache und meine Gedanken anfangen, sich im Kreis zu drehen, kombiniere ich die Augenbewegungen mit einer weiteren Methode.
Ich beginne, mir völlig willkürliche Dinge vorzustellen.
Haus. Hund. Nachbar. Bettlaken. Eiscreme. Urlaubsreise.
Diese Wörter haben überhaupt nichts miteinander zu tun. Und genau das ist der Sinn der Übung!
Bei jedem Wort bewege ich meine geschlossenen Augen in eine andere Richtung. Nach oben, unten, links, rechts oder im Kreis.
Statt Wörtern kannst du auch beliebige Zahlen verwenden.
Damit unterbreche ich die Gedanken, die mich sonst wach halten würden. Anstatt über die Aufgaben von morgen oder die Sorgen von gestern nachzudenken, beschäftige ich mein Gehirn mit völlig zusammenhanglosen Dingen.
Diese Methode, bei der man an nicht zusammenhängende Wörter oder Bilder denkt, heißt auf Englisch Cognitive Shuffling.
Ich kombiniere sie mit meinen Augenbewegungen und bei mir funktioniert das ausgezeichnet.
Oft bin ich schon wieder eingeschlafen, bevor mir überhaupt viele Wörter eingefallen sind!
Eine einfache Gewohnheit, die ich liebe
Was mir an diesen Übungen besonders gefällt: Sie kosten nichts, man braucht keine Hilfsmittel und kann sie fast überall machen.
Tagsüber trainiere ich meine Augen und übe das Scharfstellen auf unterschiedliche Entfernungen. Nachts verwende ich dieselben Augenbewegungen mit geschlossenen Augen, um zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen.
Ich mache das schon seit Jahren und habe nicht vor, damit aufzuhören!