Alocasien gelten als ausgesprochen schwierige Zimmerpflanzen. Meine dagegen gedeiht prächtig in Tongranulat, und das mit wirklich minimalem Pflegeaufwand!
Ich habe meine Alocasia für ein paar Euro bei IKEA gekauft, die Erde entfernt und sie in Tongranulat gepflanzt. Keine Heizmatten, keine Pflanzenlampen und keine komplizierten Pflegeroutinen. Nur Tongranulat, ein Topf mit Wasserstandsanzeiger und ein Standort, der, sagen wir einmal, nicht gerade ideal klang.
Jetzt, einige Jahre später, ist daraus eine prächtige Pflanze mit riesigen Blättern geworden. Und heute Morgen, mitten im Oktober, habe ich etwas ganz Besonderes entdeckt:
Meine Alocasia blüht! 😃
|
|
| Meine Alocasia gedeiht prächtig in Tongranulat. |
Ich habe ganz bestimmt keinen grünen Daumen!
Vor einigen Jahren gab mir eine Innenarchitektin ein paar Tipps, wie wir unser architektonisch modernes Haus etwas gemütlicher und wohnlicher gestalten könnten.
Einer ihrer Vorschläge war, mehr Grünpflanzen ins Haus zu holen.
Und sie hatte vollkommen recht! Pflanzen verändern die Atmosphäre eines Raumes enorm. Die meisten unserer Zimmerpflanzen haben wir von Freunden bekommen. Das finde ich besonders schön. Jedes Mal, wenn ich eine Pflanze gieße, die mir jemand geschenkt hat, denke ich an diesen Menschen.
Meine Alocasia stammt allerdings von IKEA.
Ich habe sie dort entdeckt und mich auf der Stelle in ihre Blätter verliebt. Dieses wunderschöne Dunkelgrün, die hellen Blattadern und die außergewöhnliche Form!
Damals suchte ich eine passende Pflanze für den Platz unter unserer Wohnzimmerstiege. Dorthin kommt niemals direktes Sonnenlicht, und laut dem Pflegeetikett sollte sich eine Alocasia auch für einen schattigeren Standort eignen.
Eine wunderschöne Pflanze, ein passender Platz und ein günstiger Preis. Gekauft!
Zu Hause begann ich dann zu recherchieren, wie man eine Alocasia eigentlich pflegt.
Was um Himmels willen hatte ich da gekauft?
Ich schaute mir ein YouTube-Video nach dem anderen über die Pflege von Alocasien an.
Und mir wurde immer mulmiger zumute!
Nach diesen Videos zu urteilen, hatte ich mir eine unglaublich anspruchsvolle Pflanze ins Haus geholt. Offenbar brauchte sie sorgfältig kontrollierte Bedingungen und jede Menge Spezialausrüstung.
Manche Leute hatten Heizmatten unter ihren Pflanzentöpfen, damit die Wurzeln schön warm blieben. Andere verwendeten Pflanzenlampen, Luftfeuchtigkeitsmesser und die unterschiedlichsten Vorrichtungen, um möglichst perfekte Wachstumsbedingungen zu schaffen.
Um Himmels willen!
Ich wollte doch nur eine schöne Grünpflanze, die unser Zuhause gemütlicher macht. Kein botanisches Labor im Wohnzimmer! Ich war ziemlich enttäuscht. Vielleicht hatte ich tatsächlich die völlig falsche Pflanze gekauft.
Aber ich beschloss, ihr trotzdem eine Chance zu geben. Schließlich hatte ich sie schon bezahlt. Nicht viel, aber es geht ja ums Prinzip!
Ab ins Tongranulat!
Meine gekaufte Pflanze bestand eigentlich aus zwei Alocasien, die direkt nebeneinander wuchsen. Wie Zwillinge. Zwei zum Preis von einer!
Ich entfernte die Erde, wusch die Wurzeln vorsichtig sauber und setzte die Pflanzen in einen schönen Topf ohne Abflusslöcher, den ich mit Tongranulat von Seramis gefüllt hatte. Die Marke ist dabei nicht entscheidend, aber hier in Österreich ist Seramis sehr verbreitet.
Dann stellte ich den Topf wie geplant unter unsere Stiege, neben ein wunderschönes altes Kruzifix, das ich von einer lieben Freundin aus Wien geschenkt bekommen hatte.
Meine Erwartungen waren nicht gerade hoch. Ich rechnete mit dem Schlimmsten. Wahrscheinlich würden die Blätter innerhalb weniger Wochen braun werden und ich müsste eine andere Pflanze für diesen Platz suchen.
Aber nichts passierte. Woche für Woche. Und das war eine gute Nachricht! Ungefähr ein halbes Jahr lang stand die Alocasia einfach da und sah genauso schön und frisch aus wie am Tag, an dem ich sie gekauft hatte.
Und dann entdeckte ich eines Tages, dass ein neues Blatt austrieb!
Juhuu! Und bald kam schon das nächste Blatt. Offenbar fühlte sich diese angeblich so schwierige Pflanze bei uns richtig wohl.
Und wie sieht es mit dem Licht aus?
Hier muss ich allerdings etwas Wichtiges erwähnen.
Ich lebe in Österreich, und die Lichtverhältnisse im Winter sind bei uns in Mitteleuropa anders als in Nordeuropa oder Kanada.
Meine Alocasia ist tatsächlich unter der Stiege gut gewachsen, ganz hinten im Wohnzimmer, an einem schattigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung.
Aber wir haben hier keine Polarnacht wie im hohen Norden. Die Sonne geht auch im Winter jeden Tag auf, selbst wenn sie oft hinter einer dicken Nebeldecke verschwindet. Tageslicht bekommen wir also trotzdem!
Deshalb kann ich nicht versprechen, dass eine Alocasia in einer ähnlich dunklen Ecke eines nordischen Hauses ohne zusätzliche Beleuchtung genauso glücklich wäre.
Alocasien brauchen keine pralle Sonne, aber Licht brauchen sie sehr wohl. In der Natur wachsen sie in tropischen Wäldern, geschützt unter den Bäumen. Also im Schatten, aber nicht in völliger Dunkelheit.
Meine Alocasia wurde zu groß für ihren Platz
Nach ungefähr zwei Jahren war unsere Alocasia so groß geworden, dass ihre Blätter das Kruzifix zu verdecken begannen. Sie war schlicht und einfach aus ihrem ursprünglichen Platz herausgewachsen.
Also beschloss ich, die Zwillinge zu trennen.
Die kleinere Pflanze blieb unter der Stiege, während die größere einen neuen, geräumigeren Topf mit Wasserstandsanzeiger direkt neben unserer riesigen Fensterfront bekam.
Die Fenster sind nach Süden ausgerichtet, sodass viel Tageslicht ins Wohnzimmer fällt. Allerdings spendet das Terrassendach während der heißesten und sonnigsten Tageszeit Schatten. Und im Sommer beschatten wir die Fenster zusätzlich mit Außenjalousien. Die Pflanze muss also nicht in der prallen Sonne stehen.
An diesem Platz bekommt die Alocasia sehr viel Licht, aber kaum direkte Sonne.
Und sie liebt ihren neuen Standort! Kaum hatte ich sie umgestellt, begann sie neue Blätter zu treiben. Und noch mehr Blätter. Und noch mehr!
Inzwischen ist daraus eine wirklich beeindruckende Zimmerpflanze geworden, deren riesige Blätter sich wie ein Fächer in alle Richtungen ausbreiten.
Ich bin so stolz auf sie! So stolz, dass sie sogar das Thema meines allerersten Pflanzenartikels auf diesem Blog geworden ist.
Und jetzt blüht sie auch noch! 😍
Heute Morgen beim Frühstück sagte ich zu meinem Mann:
„Schau mal! Da kommt schon wieder ein neues Blatt!“
Aber als wir näher hingingen, um es uns genauer anzusehen, entdeckten wir etwas ganz anderes.
Das war gar kein Blatt. Das war eine Blüte!
Unsere Alocasia blüht mitten im Oktober!
|
|
| Meine Alocasia blüht! |
Der Blütenstand einer Alocasia besteht aus einem fleischigen Kolben in der Mitte, der von einem sogenannten Hochblatt umgeben ist.
Natürlich ist das keine auffällige Blüte wie bei einer Rose oder Orchidee, aber ich finde sie absolut faszinierend. Und für mich ist sie ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Pflanze wohlfühlt.
Wenn ich daran denke, wie oft ich gehört habe, wie schwierig diese Pflanze angeblich sei, dann ist diese Blüte für mich ein ganz besonderer Erfolg.
Warum eigentlich Hydrokultur, Töpfe mit Wasserstandsanzeiger und Tongranulat?
Als uns die Innenarchitektin empfahl, mehr Zimmerpflanzen ins Haus zu holen, musste ich zuerst überlegen, wie das bei uns überhaupt funktionieren sollte. Nachdem ich mich mit verschiedenen Möglichkeiten beschäftigt hatte, kam ich zu dem Schluss, dass Hydrokultur mit Tongranulat für uns die einzig realistische Lösung war.
Dafür gab es zwei ganz praktische Gründe.
Erstens habe ich ganz bestimmt keinen grünen Daumen.
Ich liebe schöne Pflanzen, aber ich werde ganz sicher nicht jede Woche stundenlang damit verbringen, sie zu pflegen. Und ich will auch nicht ständig darüber nachdenken müssen, ob sie jetzt zu viel oder zu wenig Wasser bekommen haben. Mit meiner ADHS-artigen Neigung, ständig von einer Sache zur nächsten zu springen, wäre so eine dauernde Aufmerksamkeit sowieso völlig unrealistisch!
Zweitens sind wir viel unterwegs.
Oft sogar monatelang. Während dieser Zeit kümmert sich unser lieber Nachbar um unsere Pflanzen. Und der hat noch weniger einen grünen Daumen als ich!
Beim Gießen von Pflanzen in gewöhnlicher Blumenerde ist meiner Meinung nach ziemlich viel Rätselraten dabei. Ist die Erde schon trocken genug? Braucht die Pflanze bereits Wasser? Habe ich zu viel gegossen? Offenbar braucht man dafür irgendeinen geheimnisvollen Gärtnerinstinkt.
Meine Hydrokulturtöpfe haben Wasserstandsanzeiger. Die kann jeder ablesen!
Natürlich brauchen unterschiedliche Pflanzen unterschiedlich viel Wasser. Aber mit dem Wasserstandsanzeiger lässt sich das viel einfacher kontrollieren.
Und das ist besonders wichtig, wenn sich jemand anderer um unsere Pflanzen kümmert, während wir unterwegs sind.
Ist Tongranulat besser als Blumenerde?
Ich behaupte überhaupt nicht, dass Hydrokultur und Tongranulat grundsätzlich besser sind als gewöhnliche Blumenerde. Ganz und gar nicht! Unterschiedliche Pflanzen haben unterschiedliche Bedürfnisse.
Aber ich bin auch Realistin. Für meine Persönlichkeit und unseren Lebensstil sind Pflanzen in Wasser und Tongranulat ein hervorragender Kompromiss.
Ich kann mich an wunderschönen Zimmerpflanzen erfreuen, ohne unverhältnismäßig viel Zeit mit ihrer Pflege verbringen zu müssen. Und unserem Nachbarn erleichtert es die Arbeit, wenn wir verreist sind.
Genau über solche Erfahrungen möchte ich in Zukunft noch mehr schreiben.
Weitere Erfahrungen folgen!
Ich plane mehrere Artikel über Zimmerpflanzen in Tongranulat, Töpfen mit Wasserstandsanzeiger und sogar in reinem Wasser. Wenn ich es nach Dutzenden eingegangenen Pflanzen geschafft habe, mehrere Zimmerpflanzen erfolgreich am Leben zu halten, dann schafft das wirklich jeder!
Ich werde die Pflanzen vorstellen, die bei uns besonders gut gedeihen, und zeigen, wie ich sie in Tongranulat umsetze und mit möglichst wenig Aufwand pflege.
Ich liebe unseren kleinen Dschungel zu Hause! Aber ich habe ganz bestimmt nicht vor, mein halbes Leben mit Pflanzenpflege zu verbringen.
Und wenn wir wieder einmal monatelang unterwegs sind, kann unser Nachbar sich ohne großen Aufwand um alles kümmern.