Heute habe ich mir eine ganze Kanne Brennnesseltee gekocht. Die Brennnessel gehört zu den alten Heilpflanzen, die wir viel öfter nutzen sollten!
Besonders bekannt ist Brennnesseltee für seine harntreibende Wirkung. Wer kennt das nicht? Man hat am Vortag etwas zu salzig gegessen und merkt es am nächsten Morgen sofort. Die Ringe sitzen plötzlich eng, die Finger fühlen sich dick an, die Augenlider sind geschwollen und irgendwie fühlt man sich am ganzen Körper aufgedunsen.
Für solche Fälle ist Brennnesseltee ein altbewährtes Hausmittel.
Warum wirkt Brennnesseltee harntreibend?
Brennnesselblätter werden traditionell verwendet, um die Harnmenge zu erhöhen und die Durchspülung der Harnwege zu unterstützen.
Außerdem enthalten Brennnesseln Kalium, einen Mineralstoff, der gemeinsam mit Natrium eine wichtige Rolle bei der Regulierung unseres Flüssigkeitshaushalts spielt.
Natrium bindet Wasser im Körper. Nach einer besonders salzigen Mahlzeit kann unser Körper deshalb vorübergehend mehr Wasser einlagern. Kalium ist wiederum an der Regulation des Natrium- und Flüssigkeitshaushalts beteiligt.
Natrium ist dabei keineswegs der Bösewicht! Unser Körper braucht Natrium genauso wie Kalium. Allerdings nehmen viele Menschen reichlich Natrium und gleichzeitig zu wenig Kalium auf.
Die traditionelle harntreibende Anwendung der Brennnessel und ihr Kaliumgehalt machen sie für mich zu einer besonders interessanten Heilpflanze.
Wie stark Brennnesseltee tatsächlich die Ausscheidung von Wasser und Natrium beeinflusst, ist wissenschaftlich allerdings noch nicht ausreichend untersucht. Er ersetzt deshalb auch keine medizinische Behandlung von Wassereinlagerungen.
So bereite ich meinen Brennnesseltee zu
Brennnesseltee ist schnell gemacht.
Für eine Tasse brauchst du:
- Etwa 2 Teelöffel getrocknete Brennnesselblätter oder eine etwas größere Menge frischer Blätter
- 250 ml kochendes Wasser
Übergieße die Brennnesselblätter mit kochendem Wasser und lass den Tee zugedeckt etwa zehn Minuten ziehen.
Abseihen und trinken!
Ich bereite mir gleich eine ganze Kanne zu. Dafür fülle ich das Teesieb mit getrockneten Brennnesseln und gieße die Kanne mit heißem Wasser auf.
Meinen Brennnesseltee trinke ich pur, ohne Zucker oder andere Süßungsmittel. Ich mag seinen angenehm grünen, kräuterigen Geschmack.
Und die aufgebrühten Brennnesselblätter werfe ich nicht weg!
Sie enthalten nämlich noch wertvolle Nährstoffe, darunter Mineralstoffe wie Eisen. Das Wasser löst längst nicht alles aus den Blättern heraus.
Deshalb kommen die jetzt schön weichen Brennnesselblätter direkt in meinen Mixer und werden Teil meines nächsten grünen Smoothies.
Man kann sie übrigens auch wunderbar für Brennnesselpalatschinken verwenden!
Brennnesseln selber sammeln!
Jetzt im Herbst ist die beste Zeit zum Sammeln von Brennnesselblättern für Heilzwecke schon vorbei. Getrocknete Brennnesseln bekommt man aber in Kräuterhandlungen, Reformhäusern und Apotheken.
Nächsten Frühling solltest du unbedingt an die Brennnesseln denken!
Die Brennnessel gehört zu den häufigsten Wildpflanzen bei uns. Sie wächst fast überall und kostet keinen Cent.
Die besten Blätter erntet man im Frühling und Frühsommer, solange die Pflanzen noch jung sind.
Wichtig ist ein sauberer Standort, weit weg von stark befahrenen Straßen, gedüngten Flächen und anderen möglichen Schadstoffquellen.
Zum Trocknen breitest du die Blätter locker an einem luftigen, schattigen Ort aus.
Hast du vielleicht ein altes Bettlaken, das du nicht mehr brauchst? Darauf kannst du die Brennnesseln wunderbar zum Trocknen ausbreiten!
Sobald die Blätter vollständig trocken sind, bewahrst du sie trocken und lichtgeschützt auf.
Wer im Sommer genügend Brennnesseln sammelt und trocknet, hat seinen Teevorrat für das ganze Jahr!
Brennnesseln können noch viel mehr!
Brennnesseltee ist wahrscheinlich die bekannteste Anwendung dieser alten Heilpflanze. Deshalb ist er auch mein erster Brennnesseltipp.
Aber die Brennnessel kann noch viel mehr!
Sie ist eine hervorragende Wildgemüsepflanze und lässt sich vielseitig in der Küche verwenden. Sie liefert unter anderem Eisen, Kalium und weitere Mineralstoffe.
Auch die Brennnesselsamen sind einen Versuch wert. Und im Garten lässt sich aus Brennnesseln eine nährstoffreiche Pflanzenjauche herstellen.
Über all diese Verwendungsmöglichkeiten werde ich noch eigene Artikel schreiben.
Kaum eine andere heimische Wildpflanze ist so vielseitig wie unsere gewöhnliche Brennnessel.
Und das Beste daran? Sie wächst fast überall, völlig kostenlos!